Unsere Projektangebote zum Download
für Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen.
Werkschau des Förderverein Jugendkunst e.V.

Szene aus dem Trickfilm: Der Zauberer der Smaragdenstadt
Vom 12.1.2012 bis 17.2.2012 findet im Speicher am Katharinenberg
die jährliche Werkschau des Förderverein Jugendkunst e.V. statt.
Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, den 12. Januar um 19 Uhr
sind alle Interessierten herzlich einladen. Gezeigt werden Drucke,
Zeichnungen, Malereien, Trickfilme, Spielkarten ... die in den Kursen
und Projekten im Jahr 2011 entstanden sind. Auf einem Rundgang durch
das Haus besteht zudem die Möglichkeit, die Werkstätten kennenzulernen
und mit den Kursleitern ins Gespräch zu kommen.
Wir freuen uns auf Ihr/Eurer Kommen.
Warum ist das „ASS“ ein „ASS“?
Mittwoch, 18. Januar 2012. Um 9:00 Uhr trifft auch der letzte Schüler der Klasse 9c(ich :-) ) am Hauptbahnhof Rostock ein. Der Zug fährt mit kleiner Verspätung vom Gleis 3 ab, das Ziel ist Stralsund. Eine knappe Stunde später sind wir auf dem Weg vom Hauptbahnhof Stralsund zur „Spielkartenfabrik“ - Museumswerkstatt in der Altstadt der Hansestadt.
Angekommen in dem alten Gemäuer, werden wir als erstes von Herrn Fred Lautsch, dem Projektkoordinatoren, freundlich begrüßt. Er gibt uns einen kurzen Einblick in die mehr als hundert Jahre alten Maschinen, mit denen früher Buchdruck und -schnitt betrieben wurden. Doch wir sind nicht nur zu Besichtigungszwecken hier: Bereits im Dezember des alten Jahres schrieben wir im Deutschunterricht mit Frau Lawrenz eigene Fabeln, welche wir nun zu einem „Fabelheft“ drucken wollen.
Die 23 Schüler teilen sich in drei Gruppen auf: eine für das Abschreiben der Texte, eine weitere für die Gestaltung des Einbands und eine für die grafische Gestaltung der Fabeln. Im Erdgeschoss ist das eifrige Tippen an den Laptops zu hören. Als die Fabeln vollständig abgetippt sind, zeigte uns Fred einen Zeichentrickfilm über die Geschichte der Schrift - eine Eigenproduktion der Spielkartenfabrik.
Nachdem die fertigen Grafiken eingescannt worden sind, werden die Texte noch einmal Korrektur gelesen, sortiert und zum Ausdruck vorbereitet. Dann passiert das Unvorhergesehene: Die „Linotype“ Setzmaschine, das Schmuckstück der Werkstatt, presst kein Blei mehr! Das Prinzip der Maschine lässt sich wie folgt erklären: „Tippt der Setzer einen Buchstaben auf der schreibmaschinenähnlichen Tastatur, fällt aus einem Magazin eine metallene Gussform. Diese einzelnen Matrizen werden zu Zeilen aneinandergereiht, anschließend mit flüssigem Metall ausgegossen und automatisch wieder in das Schriftmagazin zurückgeführt.“ (Auszug aus einem Prospekt vor Ort)
Eine gute halbe Stunde später ist des Rätsels Lösung gefunden: Der zugehörige Kessel für das Schmelzen des Bleis ist verstopft. Rasch wird der Fehler behoben und der Klappentext kann „gesetzt“ und gepresst werden. Gegen 14:30 Uhr verlassen die letzten Schüler die Werkstatt.
Dann kommt die Nachricht: Der Zug, welcher 15:30 Uhr fährt, ist ein IC und unsere Tickets sind für diesen nicht gültig ... Also bleiben wir noch eine halbe Stunde länger am Bahnhof, vertreiben die Zeit mit mehr oder weniger wichtigen Aktivitäten. 16:55 Uhr fährt der Zug dann endlich wieder in den Rostocker Hauptbahnhof ein.
Am nächsten Morgen kommen alle pünktlich und sind nach einer guten Stunde wieder in der Werkstatt. Wieder gibt es drei Gruppen. Eine von ihnen bereitet sich auf das Einbinden des Heftes vor, eine andere druckt den Einband und die dritte liest die Fabeln ein weiteres Mal, schreibt ein Impressum und versucht die Schnecke einzubringen, welche neben dem Einband auch die erste Seite zusammen mit dem Titel schmücken soll.
Während der „Akkordarbeit“ an der Andruckpresse - Einspannen, Drehen, Ausspannen, ... - erzählt Herr Lautsch Wissenswertes über sie und die Mercedes-Schnelldruckpresse, zum Beispiel dass die Andruckpresse, für 1.200 Euro erstanden, mindestens eine stolze Tonne wiegt! Die Schnelldruckpresse, ein kolossales Gerät, ist defekt, kann jedoch nicht repariert werden, da sie lediglich von Mercedes für russische Abnehmer gebaut worden war, folglich alle Anleitungen auf Russisch geschrieben sind.
Das Heft wird nach der koptischen Bindung gebunden, bei der in Doppelseiten das Buch geknickt übereinander gelegt und zusammengenäht werden. Eine sehr stressige und aufwendige Arbeit!
Schließlich ist die 1. Auflage des „Fabelhaften Fabelhefts“ fertig und jeder von uns bekommt ein Exemplar mit nach Hause. Gut gelungen, meiner Meinung nach ... Auch meine Mitschüler waren entzückt von den beiden Tagen:
„Ich fand es schön, dass wir die Möglichkeit hatten, ein Buch selbst zu gestalten. Genau das Richtige für ein besonderes Geschenk!“ - Eileen T.
„Wir hatten viel Spaß und alles war sehr ungezwungen.“ - Charlotte B. und Antonia L.
„Ich hätte nie gedacht, dass es so anstrengend und zeitaufwendig sein könnte, ein Buch zu gestalten. Doch im Endeffekt hat es sich gelohnt und wir haben alle ein Stückchen dazugelernt.“ - Joelina T.
„Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich habe interessante Dinge gelernt, die freundlichen Mitarbeit waren stets hilfsbereit und für Vorschläge offen.“ - Malte G.
Zum Schluss möchte ich mich im Namen der gesamten Klasse 9c und Frau Lawrenz bei der Spielkartenfabrik für die aufschlussreichen, interessanten und spaßigen Tage danken.
Text: Malte Güldenpfennig
Bilder: Amelie v. Finckenstein, Sarah Lucyga,
Malte Güldenpfennig
P.S.: Der Name „ASS“ kommt von der Altenburg-Stralsunder-Spielkartenfabrik.





