Kulturausschuss

Gestern haben wir im Kulturausschuss der Stadt Stralsund unser Konzept “SPEICHER_Haus für: Inklusion” vorgestellt. Mit der Umsetzung dieser Idee wird es wieder ein lebhaftes ökologisch-soziokulturelles Haus geben und wir besetzen jetzt schon die Zahl 19 im “Kulturkonzept Stralsund 2034“. Wie es aussehen kann, erproben die “Jungen Bauherren” in diesem Sommer in der Sommerbauhütte www.hausfuer.de

SPEICHER_ Haus für: Inklusion

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Aussehen, soziale Herkunft, Sprache, Behinderungen, Alter und Geschlecht spielen keine Rolle. Der Speicher ist Ort für Alle. In der Spielkartenfabrik wird deutlich, wie Einstiegszuqualifizierende, Sozialstundenleistende und Werkstattmitarbeiter gemeinsam arbeiten und lernen. Diese Diversität ist für den Besucher der Museumswerkstatt nicht erkennbar. Das ist Inklusion. Jugendkunst e.V. begibt sich in die Renaissance der Idee des Fayencenhof e.V.: Der Speicher mit multifunktionalen Räumen, genutzt von allen, verantwortet von vielen. Die Nutzer sind nicht mehr auf die von ihnen gemieteten Räume beschränkt, sondern können für ihre Aktivitäten die jeweils passenden Orte, wie Ateliers, Cafe und Werkstätten nutzen. Die Vielfalt der eigenverantwortlichen Finanzierungsmodelle ermöglicht es, den Speicher inkludiert zu betreiben und öffnet Raum für den Einstieg neuer Partner aus Wirtschaft und Kultur. Das, im Jugendkunst e.V. erprobte, Konzept einer flachen Hierarchie aufs gesamte Haus zu übertragen, bedeutet, dass Entscheidungen kollektiviert werden, wobei die Verantwortung und die Außenvertretung bei der inhaltlichen und technischen Leitung des Hauses verbleiben. Ansprechpartner für technische Hausangelegenheiten und Koordination der Räume ist Marc Seiffert, Dipl. Bildhauer. Ansprechpartnerin für die inhaltliche Ausrichtung ist Svea Gustavs, Bildende Künstlerin und Germanistin.

SPEICHER_ Haus für: Tradition

Im Erdgeschoss agieren Maschinen und Menschen in der Spielkartenfabrik, kurz Spiefa genannt. Die Spiefa ist ein Projekt des Jugendkunst e.V. und Mitglied der European Route of Industrial Heritage und im Museumsverband in Mecklenburg Vorpommern e.V.. Im Nachbarflügel ist der Traditionsverein e.V. zu Hause. Wir sind im Gespräch zur Entwicklung einer gemeinsamen Nutzung von Lagerflächen und Werkstätten. Unterm Dach arbeitet die Museumspädagogik des Stralsund Museums.

SPEICHER_ Haus für: Begegnung

In der 1. Etage führt das Kreisdiakonische Werk in langjähriger Hausgemeinschaft den Bleicheneck-Freizeittreff und das Projekt Mehrgenerationenhaus als integrativen Begegnungsort für Behinderte und nicht Behinderte. Jetzt zum Tag der Nachbarn ergreifen wir gemeinsame die Initiative zur Belebung der Nachbarschaft Katharinenberg, Henning-Mörder-Straße und Tribseer Straße.

SPEICHER_ Haus für: Kreativität

In der 2. Etage bieten die multifunktionalen Ateliers Raum für kreative Projekte und Seminare. An den Nachmittagen finden die bildenden Kurse der Jugendkunstschule-VR dort statt. Die Zusammenarbeit mit Künstlern wird auch in Zukunft weitergeführt. Das wöchentlich stattfindende Offene Atelier ist die Grundlage für ein kreatives Zentrum in der Stadt, in dem Jung und Alt einzeln oder gemeinsam künstlerische Ideen umsetzen. Dabei können die Ateliers und Werkstätten im ganzen Haus genutzt werden.

SPEICHER_ Haus für: Jugendsozialarbeit und berufliche Orientierung

Einstiegszuqualifizierende, Bundesfreiwilligendienstleistende, Praktikanten und Stundenleistende arbeiten und lernen gemeinsam. Der Speicher ist als Arbeitsort für das Produktives Lernen Kooperationspartner Stralsunder Schulen.Hierbei steht die Problemlösungskompetenz im Mittelpunkt. Ansprechpartner für die JSA und die Jugendwerkstatt ist der Jugendsozialarbeiter Pierre Hecht.

SPEICHER_ Haus für: Jugendkunst

Der Verein leistet Jugendarbeit mit den Mitteln der Kunst, ohne jedoch dabei für Jugendliche »Schutzräume« zu schaffen. Das Motto dabei ist: »Selbsttätigkeit ist die unverzichtbare Voraussetzung für Selbständigkeit.«
Dabei bieten wir einen kreativen Freiraum, den Kinder und Jugendliche selbst mit ihren Ideen und Plänen füllen und fördern damit Kreativkompetenz.

SPEICHER_ Haus für: Flache Hierarchien

Zu der Renaissance des Vereins gehört als wichtiger Bestandteil die Einübung des für viele noch ungewohnten Konzeptes der flachen Hierarchien.
Im komplett neuen Vorstand bringen sich mit Alina Lück und Florian Först Jugendliche direkt in Verantwortungsstrukturen ein. Mit ihrem Engagement erinnern sie den alterfahrenen Fred Lautsch an die Zukunft. Der Vorstand agiert und entscheidet gemeinsam.
Zur geschäftsführenden Runde wird jeden Mittwoch eingeladen. Gemeinsam werden alle anstehenden kurz- und langfristigen Arbeitsaufgaben diskutiert und entschieden. Wichtiger »Nebeneffekt« ist die Entwicklung von Demokratiekompetenz.

SPEICHER_ Haus für: Multifunktionale Räume

Schrittweise werden die Räume so eingerichtet, dass sie mehrfach pro Tag genutzt werden können. Ein zentrales Materiallager macht es möglich, dass vormittags, nachmittags und abends Gruppen arbeiten können.
Die Nutzung von Werkstätten und Ateliers wird über die Hauskoordiation abgesprochen und eingeplant.

Vision eines Tages in 5 Jahren:

Morgens treffen sich die »Töpferomis« mit Kathrin Jacobs in der Keramikwerkstatt, während die Firma Hansedruck eine neue digitale Druckmaschine geliefert bekommt. Mit dem Öffnen der Spielkartenfabrik beginnt eine Touri-Führung, die nach dem gemeinsamen Drucken bei einem Kaffee im Freizeittreff Bleicheneck freudig endet. Hier planen Herr Meier und Herr Schmidt gerade ihre Hochzeit.
Die Bundesfreiwilligendienstleistenden kochen in der Küche des Bleichenecks ein gemeinsames Mittagessen für alle im Haus Angestellten. Danach beginnt eine Schulklasse aus Berlin Neukölln zunächst die Führung in der Spielkartenfabrik und danach einen Spielkartendruck in den Atelierräumen. Währenddessen werden auf dem Hof die Kostüme des Traditionvereins nach den erfolgreich durchgeführten Wallensteintagen gewaschen. Abends beginnt das offene Atelier mit einem experimentellen Videofilm von Peter Beyer im Stralsund Museum. Florian Först plant nach seinem bestandenen Architekturstudium den Bau des neuen Residenzhauses für Artists in Residence und Erasmus-Studenten. Der österreichische Künstler Jacob Schieche startet im Wachskleid »Victoria« von Jorinde Gustavs seinen Seiltanz zum Mond.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.